Die beiden unmittelbar benachbarten Bottroper Stadtteile Boy und Welheim weisen sehr ähnliche Problemstrukturen auf und können aufgrund der vergleichsweise geringen Einwohnerzahlen (zusammen ca. 14.500 Einwohner) und gewachsenen Siedlungsstruktur zu einem Sanierungsgebiet zusammengefasst werden. Welheim in Bottrop hat neben dem höchsten Ausländeranteil (über 11%, in Boy: 7-10% )(1) auch den größten Jugendquotienten (2) mit über 36% (Boy: 28-35%) und liegt damit in der „Spitzengruppe“ in Nordrhein-Westfalen. (3) Der Anteil von Kindern ausländischer Nationalität an den 0-3-jährigen liegt in Welheim bei knapp 30% (Stand: 31.12.2000). Bemerkenswert ist weiterhin, dass 58% aller minderjährigen Sozialhilfeabhängigen einem alleinerziehenden Haushalt angehörten. Von diesen war wiederum die Hälfte noch keine acht Jahre alt. Auch die Anteile der Sozialhilfeempfänger sind im Vergleich zu den anderen Bottroper Stadtteilen in Boy (6%) und in Welheim (5%) am höchsten (Stand: 31.12.1993). Die Sozialhilfedichte der unter 18-Jährigen lag im Vergleich zu den anderen Bottroper Stadtteilen in Boy (13%) und in Welheim (11%) ebenfalls an der Spitze (Stand: 31.12.1994).(4)
1: Z.T. sind die Werte von K.P. Strohmeier, Bevölkerungsentwicklung und Sozialraumstruktur im Ruhrgebiet. Demographischer Wandel im Ruhrgebiet, Essen: Projekt Ruhr, 2002, zwar klassifiziert, aber nicht genau quantifiziert ausgewiesen.
2: Anzahl der unter 18-jährigen Personen auf 100 der 18-65-Jährigen.
3: zum Vergleich: Duisburg-Bruckhausen ist beim Ausländeranteil wie beim Jugendquotienten mit jeweils 52% der „Spitzenreiter“ in NRW.
4: Vgl. AG der freien Wohlfahrtsverbände Bottrop, Armutsbericht Bottrop, Bottrop, 1994; V. Kersting, Kinderarmut in Bottrop, Dokumentation der Fachtagung „Armutsinseln, Kinderarmut, Chancengleichheit“ am 05.04.2001 in Bottrop-Welheim; K.P. Strohmeier, a.a.O, 2002, S. 33, 87ff.; Auch wenn die verwendeten Daten nicht auf dem aktuellsten Stand sind, sind wegen der relativen Stabilität von Sozialstrukturen im Stadtteil keine gravierenden Änderungen erwartbar, was die Clusteranalyse von Strohmeier für die hier vorgestellten Stadtteile bestätigt (K.P. Strohmeier, a.a.O., 2002, S. 16ff.). |